Wir zertifizieren hiermit die Nachhaltigkeit dieses Beitrags.

Im gemieteten Sportwagen zum Einkaufen fahren, schnell noch einen Burger auf die Hand. Danach noch auf einen Kaffee und ein Stückchen Schoki ins nächste Café.
Ohne schlechtes Gewissen da: KLIMANEUTRAL!

FSC, Sustainable Textile Production, Sedex, Nachhaltiges Bauen und Gebäuderzertifizierung, Geprüftes Nachhaltiges Unternehmen, Zertifizierte Nachhaltige Fischerei, Sustainable Travel, Zertifizierte Biomasse, Co2-Compensation und Klimaneutral-Siegel.

Allesamt versuchen sie, Awareness zu schaffen und, dass Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette ein Standard wird – manche erfolgreich, mancher folgt reich. Wie man in der Zertifizierungsflut nicht untergeht und dem greenwashing unterfällt, ist heutzutage nicht mehr leicht.

Corona hat das Bewusstsein und ein Umdenken für nachhaltigeres Einkaufen verstärkt. Viele Verbraucher sehen die Verknappung natürlicher Ressourcen kritisch und wollen sich, wegen der Folgen ihres Konsums, bewusster für nachhaltige Produkte entscheiden. Die Studie des Capgemini Research Institute “Konsumgüter und Einzelhandel: Wie Nachhaltigkeit die Verbraucherpräferenzen grundlegend verändert” hat 7.500 Verbraucher und 750 Unternehmen aus neun Ländern weltweit befragt und festgestellt, dass die meisten Verbraucher sich nicht bewusst sind, dass man ca. 1.000 Liter Wasser braucht, um einen Schokoriegel herzustellen (von der Kakaobohne bis zum zusammenlaufenden Wasser im Mund) und, dass ein Burger zu mehr Emissionen führt, als eine Autofahrt von 15 km mit einem SUV (selbst dann, wenn man nicht mit dem Cayenne im Drive-Thru steht).

Gerade der Einkauf kann nachhaltiger gestaltet werden. Unabhängig der vielen Zertifizierungen für einzelne Waren und Produkte, schmücken sich viele Discounter mit Co2-Kompensation und Nachhaltigkeitskonzepten.

Hier darf man gerne einen Blick genauer auf das Kleingedruckte werfen. Apropos werfen: Discounter kommunizieren gerne über Palmöl, Energieeffizienz oder Tierwohl – über Müllvermeidung, Recycling und Wastemanagement wird zumeist geschwiegen.

Selbst der Sportwagenvermieter ist in der Lage, durch die (finanzielle) Unterstützung von Klimaprojekten, seinen Co2-Ausstoß zu nivellieren. Einerseits darf dies kein Freischein werden im Sinne eine Ablassbriefes, jedoch muss man auch die Unternehmen würdigen, die ihren Teil zum Klimaschutz auf diese Weise beitragen. Statt „Nice-to-have“ sollte dies mehr ein Entscheidungskriterium darstellen, welches Unternehmen man unterstützt durch seinen Einkauf oder eine Beauftragung.

Die Tasse Käffchen verbucht ca. 80 gr. Co2 auf dem Footprint-Konto und kann zur Armut führen – aber beim Kaffee-Ernte“helfer“. Diese Co2- Belastung kann man gerne mal hochrechnen auf die Tassen pro Jahr und mit dem Co2-Ausstoß einer Kuh vergleichen, die den Milchschaum für den Latte Macchiato liefert. Verbraucher haben aber auch hier die Möglichkeit, darauf zu achten, dass der Kaffee aus ökologischer Landwirtschaft kommt, Fairtrade Siegel, Transfair Siegel und Rainforest Alliance Siegel hat, sowie UTC-Certified ist und nach dem 4 C (Common Code for Coffee Company) handelt. Ich frage mich, wie viele Büroler es die Bohne interessiert, wenn der Kaffee ohne Tasse darunter durchläuft oder man kalten Kaffee wegschüttet…

Neue Zertifizierungen könnten Verbrauchern mehr Informationen zur Nachhaltigkeit zur Verfügung zu stellen und besser über die Energie- und Umweltbelastung entlang der Lieferkette der Produkte aufklären. Dadurch könnte man, durch bewussten Einkauf und Bezug von Leistungen der Unternehmen, diese dazu bringen, mehr auf die Einhaltung der Global Goals zu achten, um an aussagekräftige und wirklich nachhaltige Zertifizierungen zu kommen.

… mehr #greenspiration immer mittwochs!

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